Deutsch
Der französische Regisseur Jean-Luc Godard hat 1960 behauptet, Fotografie, das sei die Wahrheit, und Film, das sei die Wahrheit 24 Mal in der Sekunde. In etlichen Kontexten würde man dieser Behauptung sicher auch heute noch zustimmen, denn mit einer Kamera sieht man Dinge, die man mit dem bloßen Auge nicht wahrnehmen kann. Verantwortungsvolle Journalisten, Filmemacher, Fotografen und Intellektuelle benutzen Bilder, um Fakten über Vertreibung, Unterdrückung, Manipulationen und Mythen zugänglich zu machen. Die neuen Medien helfen ihnen dabei. Das ist die eine Seite der Entwicklung im Bereich technologisch basierter Massenkommunikation. Die andere Seite spricht eine andere Sprache. Heute kann jeder, der ein Handy sein eigen nennt und sich auf Plattformen wie youtube, Instagram oder Facebook zurechtfindet, seine Meinung, seine Wut oder seinen Hass einer Rezipientenmasse präsentieren, über die früher nicht einmal eine überregionale Zeitung verfügte. Die Begehrlichkeiten, die diese Netzwerke wecken, leiten auch dazu, zu übertreiben, Extremismen zu unterstützen oder schlichtweg zu lügen.
Hier setzt Dimitri Michnovski an. Aus einer jüdischen Familie stammend und ursprünglich aus Moldawien kommend, zog er im Jahr 2000 zusammen mit seinen Eltern als Kontingentflüchtling nach Deutschland. Bei einem solchen familiären Hintergrund darf man geschichtliche Erfahrungen mit Unterdrückungsmechanismen, Propaganda und kulturellen Umbrüchen voraussetzen, genauso einen scharfsinnigem Umgang mit dem Zusammenhang von Politik und medialer Repräsentation. Michnovskis Arbeiten beweisen eine solche Scharfsinnigkeit. Sie sind Spurensuche und Entlarvungsdokumente in einem. Michnovski etabliert sich so im Feld des Zusammenhangs von Kunst, Politik und neuen Medientechnologien als gewiefter Detektiv. Mit teilweise selbst entwickelten digitalen Technologien, für die er sich schon während seines Studiums an der Fachhochschule Potsdam und der Universität der Künste Berlin interessiert, ist er im Chaos der Bilder und Intentionen unterwegs, um in diesem Chaos Intentionen der Urheber aufzudecken und um Gesellschaften die Frage zu stellen, wie sie Minderheiten, Andersdenkende und Widerständige respektieren und gegebenenfalls Schutz bieten können. Oft sind es mediale Mechanismen, die Klischees, Vorurteile, Ausgrenzungsmechanismen oder versteckte Strategien der unrechtmäßigen Aneignung von Gefühlen bilden, die Michnovski besonders interessieren. Sein Ziel sei es, sagt er, in der Interaktion mit dem sozialen Alltag Kultur zu durchdringen und der Gesellschaft, in der er lebt, so einen Spiegel vorzuhalten.
Dabei geht Michnovski nicht spontan und unvorbereitet an die Arbeit. Seinen Werken ist die theoretische Vorarbeit und technologische Versiertheit anzusehen. Panoramaaufnahmen von Google View und Bildersuchmaschinen, Material von flickr und youtube werden auf ihre Sub- und Metadaten hin analysiert und anhand verschiedener digitaler Technologien verfremdet. Sie werden überdies mit Konzepten zeitgenössischer Kulturtheorien konfrontiert, etwa wenn Michnovski von Rhizomstrukturen in seinen Arbeiten spricht und damit einen Begriff der französischen Postmoderne-Autoren Gilles Deleuze und Félix Guattari aufnimmt, oder wenn man beim Betrachten seiner Arbeiten das Gefühl bekommt, er sei auf dem Weg zu einem Bilderatlas, der unseren teils manipulativ verdeckenden, teils erhellenden Umgang mit dem medialen Bildgedächtnis westlicher Gesellschaften dokumentieren kann. Wie der deutsch-jüdische Kunsthistoriker und Kulturwissenschaflter Aby Warburg, dessen Bilderatlas „Mnemosyne“, der unvollendet blieb und den Weg aus Nazi-Deutschland nach London fand, unternimmt es Michnovski, Inspirationen und alternative Routen durch eine von visuellen Medien bestimmte Realität aufzuzeigen, indem er unsere von Werbeanzeigen, TikTok-Videos und Instagram-Portfolios konditionierte Bildwahrnehmung einem Testverfahren unterzieht, indem er Querverbindungen zieht und reale Orte nach ihrem geschichtlichen Sinn befragt.
So auch in seinen durch Mischtechniken geprägten Arbeiten zur jüdischen Kultur in Berlin. Obwohl das jüdische Leben besonders nach dem Mauerfall und dem Zuzug vieler junger Menschen aus Israel in der deutschen Hauptstadt wieder aufgeblüht ist, ist sich jeder Jude bewusst, wie vorsichtig man mit dem Tragen der Kippa (der jüdischen Kopfbedeckung für Männer) oder der Schaufäden des jüdischen Schals in der Öffentlichkeit, beim Besuch einer Synagoge oder bei Betreten eines koscheren Restaurants sein muss. Michnovski übersetzt diesen Umstand in einen Zustand der Isoliertheit, in der sich seine Protagonisten einsam durch die urbanen Landschaften Berlins bewegen, oder in Empfindungen des Entfremdens, wenn Synagogen oder andere jüdische Institutionen als Orte erscheinen, die ohne polizeilichen Schutz nicht bestehen könnten. Wenn man bedenkt, wie sehr die Assimilierungsbestrebungen der Vorkriegsjuden in Deutschland gescheitert sind, so kann man diese Arbeiten als eine bittere Bestandsaufnahme der Tatsache lesen, dass das Leben diasporischer Minderheiten in Deutschland immer noch jenseits jeder Alltäglichkeit stattfindet und die europäische Geschichte des 20. Jahrhunderts auch noch den Alltag des 21. Jahrhunderts prägt. Wir brauchen Bilder wie die Michnovskis, um das zu verstehen.
Ralph Buchenhorst, Istanbul, 19.03.2022
English
The French director Jean-Luc Godard claimed in 1960 that photography represents truth, and film captures truth 24 times per second. In numerous contexts, one could still agree with this assertion today, as a camera allows us to perceive things that the naked eye cannot. Responsible journalists, filmmakers, photographers, and intellectuals use images to make facts about displacement, suppression, manipulation, and myths accessible. New media platforms assist them in this endeavor. This represents one aspect of the development in technologically-based mass communication. The other side tells a different story. Today, anyone who owns a smartphone and is proficient in platforms such as YouTube, Instagram, or Facebook can present their opinions, anger, or hatred to an audience that was previously beyond the reach of even a national newspaper. The temptations stirred by these networks also lead to exaggeration, support for extremism, or simply lying.
This is where Dimitri Michnovski comes in. Coming from a Jewish family originally from Moldova, he and his parents resettled in Germany as quota refugees in the year 2000. Given such a family background, one would expect historical experiences with mechanisms of oppression, propaganda, and cultural upheaval, as well as a keen understanding of the relationship between politics and media representation. Michnovski's works demonstrate such acumen. They are both a quest for traces and documents of exposure. In the realm of the intersection of art, politics, and new media technologies, Michnovski establishes himself as a shrewd detective. With digital technologies that he sometimes developed himself, an interest cultivated during his studies at the University of Applied Sciences Potsdam and the University of the Arts Berlin, he navigates through the chaos of images and intentions to uncover the intentions of the creators and to question how societies can respect and potentially protect minorities, dissenters, and resisters. Michnovski is particularly interested in the media mechanisms that create stereotypes, prejudices, mechanisms of exclusion, or hidden strategies of illegitimate appropriation of feelings. He says his goal is to penetrate culture through interaction with daily life and to hold up a mirror to the society in which he lives.
Michnovski does not approach his work spontaneously and unprepared. His works reflect the theoretical groundwork and technological expertise put into them. Panoramic shots from Google View and image search engines, materials from Flickr and YouTube are analyzed for their sub and meta-data and altered using various digital technologies. They are also confronted with concepts from contemporary cultural theories, such as when Michnovski speaks of rhizomatic structures in his works, drawing upon a concept from French postmodern authors Gilles Deleuze and Félix Guattari. When viewing his works, one might feel that he is on his way to creating an image atlas that can document our often manipulatively concealing and sometimes illuminating handling of the media image memory of Western societies. Like the German-Jewish art historian and cultural scholar Aby Warburg, whose unfinished image atlas "Mnemosyne" found its way from Nazi Germany to London, Michnovski seeks to show inspirations and alternative routes through a reality dominated by visual media. He subjects our conditioned perception of images, shaped by advertisements, TikTok videos, and Instagram portfolios, to a test by drawing connections and questioning the historical significance of real places.
This is also evident in his works that are shaped by mixed media techniques, depicting Jewish culture in Berlin. Although Jewish life has flourished in the German capital, especially after the fall of the Berlin Wall and the influx of many young people from Israel, every Jew is aware of the caution required when wearing a kippah (the Jewish head covering for men) or the tassels of the Jewish shawl in public, when visiting a synagogue, or entering a kosher restaurant. Michnovski translates this situation into a state of isolation, where his protagonists move through the urban landscapes of Berlin in solitude, or into feelings of alienation when synagogues and other Jewish institutions appear as places that cannot exist without police protection. Considering how the assimilation efforts of pre-war Jews in Germany failed, one can read these works as a bitter assessment of the fact that the lives of diasporic minorities in Germany still exist beyond the realm of the everyday, and the history of 20th-century Europe continues to shape the 21st century. We need images like Michnovski's to understand this.
Ralph Buchenhorst, Istanbul, March 19, 2022.
Deutsch
Der französische Regisseur Jean-Luc Godard hat 1960 behauptet, Fotografie, das sei die Wahrheit, und Film, das sei die Wahrheit 24 Mal in der Sekunde. In etlichen Kontexten würde man dieser Behauptung sicher auch heute noch zustimmen, denn mit einer Kamera sieht man Dinge, die man mit dem bloßen Auge nicht wahrnehmen kann. Verantwortungsvolle Journalisten, Filmemacher, Fotografen und Intellektuelle benutzen Bilder, um Fakten über Vertreibung, Unterdrückung, Manipulationen und Mythen zugänglich zu machen. Die neuen Medien helfen ihnen dabei. Das ist die eine Seite der Entwicklung im Bereich technologisch basierter Massenkommunikation. Die andere Seite spricht eine andere Sprache. Heute kann jeder, der ein Handy sein eigen nennt und sich auf Plattformen wie youtube, Instagram oder Facebook zurechtfindet, seine Meinung, seine Wut oder seinen Hass einer Rezipientenmasse präsentieren, über die früher nicht einmal eine überregionale Zeitung verfügte. Die Begehrlichkeiten, die diese Netzwerke wecken, leiten auch dazu, zu übertreiben, Extremismen zu unterstützen oder schlichtweg zu lügen.
Hier setzt Dimitri Michnovski an. Aus einer jüdischen Familie stammend und ursprünglich aus Moldawien kommend, zog er im Jahr 2000 zusammen mit seinen Eltern als Kontingentflüchtling nach Deutschland. Bei einem solchen familiären Hintergrund darf man geschichtliche Erfahrungen mit Unterdrückungsmechanismen, Propaganda und kulturellen Umbrüchen voraussetzen, genauso einen scharfsinnigem Umgang mit dem Zusammenhang von Politik und medialer Repräsentation. Michnovskis Arbeiten beweisen eine solche Scharfsinnigkeit. Sie sind Spurensuche und Entlarvungsdokumente in einem. Michnovski etabliert sich so im Feld des Zusammenhangs von Kunst, Politik und neuen Medientechnologien als gewiefter Detektiv. Mit teilweise selbst entwickelten digitalen Technologien, für die er sich schon während seines Studiums an der Fachhochschule Potsdam und der Universität der Künste Berlin interessiert, ist er im Chaos der Bilder und Intentionen unterwegs, um in diesem Chaos Intentionen der Urheber aufzudecken und um Gesellschaften die Frage zu stellen, wie sie Minderheiten, Andersdenkende und Widerständige respektieren und gegebenenfalls Schutz bieten können. Oft sind es mediale Mechanismen, die Klischees, Vorurteile, Ausgrenzungsmechanismen oder versteckte Strategien der unrechtmäßigen Aneignung von Gefühlen bilden, die Michnovski besonders interessieren. Sein Ziel sei es, sagt er, in der Interaktion mit dem sozialen Alltag Kultur zu durchdringen und der Gesellschaft, in der er lebt, so einen Spiegel vorzuhalten.
Dabei geht Michnovski nicht spontan und unvorbereitet an die Arbeit. Seinen Werken ist die theoretische Vorarbeit und technologische Versiertheit anzusehen. Panoramaaufnahmen von Google View und Bildersuchmaschinen, Material von flickr und youtube werden auf ihre Sub- und Metadaten hin analysiert und anhand verschiedener digitaler Technologien verfremdet. Sie werden überdies mit Konzepten zeitgenössischer Kulturtheorien konfrontiert, etwa wenn Michnovski von Rhizomstrukturen in seinen Arbeiten spricht und damit einen Begriff der französischen Postmoderne-Autoren Gilles Deleuze und Félix Guattari aufnimmt, oder wenn man beim Betrachten seiner Arbeiten das Gefühl bekommt, er sei auf dem Weg zu einem Bilderatlas, der unseren teils manipulativ verdeckenden, teils erhellenden Umgang mit dem medialen Bildgedächtnis westlicher Gesellschaften dokumentieren kann. Wie der deutsch-jüdische Kunsthistoriker und Kulturwissenschaflter Aby Warburg, dessen Bilderatlas „Mnemosyne“, der unvollendet blieb und den Weg aus Nazi-Deutschland nach London fand, unternimmt es Michnovski, Inspirationen und alternative Routen durch eine von visuellen Medien bestimmte Realität aufzuzeigen, indem er unsere von Werbeanzeigen, TikTok-Videos und Instagram-Portfolios konditionierte Bildwahrnehmung einem Testverfahren unterzieht, indem er Querverbindungen zieht und reale Orte nach ihrem geschichtlichen Sinn befragt.
So auch in seinen durch Mischtechniken geprägten Arbeiten zur jüdischen Kultur in Berlin. Obwohl das jüdische Leben besonders nach dem Mauerfall und dem Zuzug vieler junger Menschen aus Israel in der deutschen Hauptstadt wieder aufgeblüht ist, ist sich jeder Jude bewusst, wie vorsichtig man mit dem Tragen der Kippa (der jüdischen Kopfbedeckung für Männer) oder der Schaufäden des jüdischen Schals in der Öffentlichkeit, beim Besuch einer Synagoge oder bei Betreten eines koscheren Restaurants sein muss. Michnovski übersetzt diesen Umstand in einen Zustand der Isoliertheit, in der sich seine Protagonisten einsam durch die urbanen Landschaften Berlins bewegen, oder in Empfindungen des Entfremdens, wenn Synagogen oder andere jüdische Institutionen als Orte erscheinen, die ohne polizeilichen Schutz nicht bestehen könnten. Wenn man bedenkt, wie sehr die Assimilierungsbestrebungen der Vorkriegsjuden in Deutschland gescheitert sind, so kann man diese Arbeiten als eine bittere Bestandsaufnahme der Tatsache lesen, dass das Leben diasporischer Minderheiten in Deutschland immer noch jenseits jeder Alltäglichkeit stattfindet und die europäische Geschichte des 20. Jahrhunderts auch noch den Alltag des 21. Jahrhunderts prägt. Wir brauchen Bilder wie die Michnovskis, um das zu verstehen.
Ralph Buchenhorst, Istanbul, 19.03.2022
English
The French director Jean-Luc Godard claimed in 1960 that photography represents truth, and film captures truth 24 times per second. In numerous contexts, one could still agree with this assertion today, as a camera allows us to perceive things that the naked eye cannot. Responsible journalists, filmmakers, photographers, and intellectuals use images to make facts about displacement, suppression, manipulation, and myths accessible. New media platforms assist them in this endeavor. This represents one aspect of the development in technologically-based mass communication. The other side tells a different story. Today, anyone who owns a smartphone and is proficient in platforms such as YouTube, Instagram, or Facebook can present their opinions, anger, or hatred to an audience that was previously beyond the reach of even a national newspaper. The temptations stirred by these networks also lead to exaggeration, support for extremism, or simply lying.
This is where Dimitri Michnovski comes in. Coming from a Jewish family originally from Moldova, he and his parents resettled in Germany as quota refugees in the year 2000. Given such a family background, one would expect historical experiences with mechanisms of oppression, propaganda, and cultural upheaval, as well as a keen understanding of the relationship between politics and media representation. Michnovski's works demonstrate such acumen. They are both a quest for traces and documents of exposure. In the realm of the intersection of art, politics, and new media technologies, Michnovski establishes himself as a shrewd detective. With digital technologies that he sometimes developed himself, an interest cultivated during his studies at the University of Applied Sciences Potsdam and the University of the Arts Berlin, he navigates through the chaos of images and intentions to uncover the intentions of the creators and to question how societies can respect and potentially protect minorities, dissenters, and resisters. Michnovski is particularly interested in the media mechanisms that create stereotypes, prejudices, mechanisms of exclusion, or hidden strategies of illegitimate appropriation of feelings. He says his goal is to penetrate culture through interaction with daily life and to hold up a mirror to the society in which he lives.
Michnovski does not approach his work spontaneously and unprepared. His works reflect the theoretical groundwork and technological expertise put into them. Panoramic shots from Google View and image search engines, materials from Flickr and YouTube are analyzed for their sub and meta-data and altered using various digital technologies. They are also confronted with concepts from contemporary cultural theories, such as when Michnovski speaks of rhizomatic structures in his works, drawing upon a concept from French postmodern authors Gilles Deleuze and Félix Guattari. When viewing his works, one might feel that he is on his way to creating an image atlas that can document our often manipulatively concealing and sometimes illuminating handling of the media image memory of Western societies. Like the German-Jewish art historian and cultural scholar Aby Warburg, whose unfinished image atlas "Mnemosyne" found its way from Nazi Germany to London, Michnovski seeks to show inspirations and alternative routes through a reality dominated by visual media. He subjects our conditioned perception of images, shaped by advertisements, TikTok videos, and Instagram portfolios, to a test by drawing connections and questioning the historical significance of real places.
This is also evident in his works that are shaped by mixed media techniques, depicting Jewish culture in Berlin. Although Jewish life has flourished in the German capital, especially after the fall of the Berlin Wall and the influx of many young people from Israel, every Jew is aware of the caution required when wearing a kippah (the Jewish head covering for men) or the tassels of the Jewish shawl in public, when visiting a synagogue, or entering a kosher restaurant. Michnovski translates this situation into a state of isolation, where his protagonists move through the urban landscapes of Berlin in solitude, or into feelings of alienation when synagogues and other Jewish institutions appear as places that cannot exist without police protection. Considering how the assimilation efforts of pre-war Jews in Germany failed, one can read these works as a bitter assessment of the fact that the lives of diasporic minorities in Germany still exist beyond the realm of the everyday, and the history of 20th-century Europe continues to shape the 21st century. We need images like Michnovski's to understand this.
Ralph Buchenhorst, Istanbul, March 19, 2022.